Vom 8. - 12. 9. 2004 veranstaltete das Institut Rhythmik Hellerau e.V. unter dem Titel Dalcroze 2004 "Rhythmik und Instrument"die fünfte Internationale Rhythmikwerkstatt im Festspielhaus Hellerau. Das Verbinden von Geschichte und Gegenwart als kreatives Nachspüren des Historischen am Ort des Geschehens bildete den authentischen Hintergrund der Dresdner Werkstätten.
Der Jahrgang setzte die im Jahr 2000 begonnene wissenschaftliche und praktische Auseinandersetzung mit der Thematik Rhythmik im Zusammenhang mit Emile Jaques-Dalcroze Wirken in Hellerau fort. Getragen vom Schöpfergeist und der Kreativität einer neuen Rhythmikergeneration ergaben sich dabei vielfältige Bezugspunkte zur Gegenwart.

Unter der Thematik Rhythmik und Instrument verbirgt sich ein Komplex künstlerischer, bühnenästhetischer und musikpädagogischer Themen. In der musikpädagogischen Forschung spielt die Beziehung des Musikers zum Instrument eine an Bedeutsamkeit gewinnende Rolle. Diese ist zu großen Teilen von der Bewegung, die zunächst primär zur Klangerzeugung dient, wesentlich geprägt. Dazu kommen psychische und kommunikative Prozesse, die das Musizieren zu komplexem künstlerischen Ausdruck befördern. Diese Vernetzung von Musik und Bewegung prägt die Handlungsstrukturen in der Rhythmik und wird zum Gegenstand von Werkstatt und Symposion.
Die neun Kurse und Workshops konnten von deutschen und internationalen TeilnehmerInnen aus den Gebieten Musik, Bewegung, Tanz, Bildende Kunst, Pädagogik und angrenzenden Bereichen wahrgenommen werden. Zur Intensivierung der regionalen Aktivitäten wurden speziell die Workshops angeboten, die die Problematik vor allem für den musikpädagogischen Bereich aufarbeiten. Fünf öffentliche Veranstaltungen sowie ein Symposion zum Thema standenn Besuchern offen und sollten diese mit der Idee der Rhythmik bekannt machen oder das künstlerische wie pädagogische Wirkungsfeld anregen und erweitern.

Kurse mit künstlerischem Schwerpunkt
Prof. Karin Greenhead / London - Dynamische Probe für Streicher und Streicherensemble
Anetta Pasternak / Katowice - Bewegung in Verbindung von instrumentaler und vokaler Improvisation
Dorothea Weise / Trossingen - Improvisierte Interaktion als Weiterbildung für Instrumentallehrer
Rolf Grillo / Freiburg - Percussion und Performance
Paul Hille / Wien - Klavierimprovisation und Performance

Workshops mit pädagogischem Schwerpunkt
Anna Kuwertz / Freiburg - Körperarbeit mit und ohne Instrument
Susanne Peter-Führe / Stuttgart - Rhythmische Impulse für den Blockflötenunterricht
Grazyna Przybylska-Angermann / Berlin, Nürnberg - Kreative Übungswege am Instrument
Prof. Christine Straumer / Dresden - Elementarer Klavierunterricht und Rhythmik

Veranstaltungen
· Einstimmung durch die Mozart-Mäuse in einem Industrieobjekt
· Improvisation und Chanson (Murielle Stadelmann und Paul Hille)
· Wenn der Mensch mit dem Stock (Rolf Grillo / Anna Kuwertz)
· Choreografien und Improvisationen (Musikakademie Katowice mit Aneta Pasternak,
· Studentinnen der Hochschule für Musik Dresden und Gästen)
· Symposion und Aktionen sowie Abschlussperformance

Das Symposion Bewegung wird Musik war als Plattform des verbalen Austausches und der Zusammenfassung von Erkenntnissen und Strategien gedacht. Den Ausgangspunkt bildeten Vorträge von Karin Greenhead, Prof. Dr. Wolfgang Lessing, Prof. Reinhard Ring, Daniel Zwiener u. a. Daran schloss sich eine Diskussionsrunde an, begleitet von verschiedenen künstlerischen Aktionen.

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Émile Jaques-Dalcroze
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